Kinder- und Jugendschutz ist für die Leipziger Sportlöwen weit mehr als eine formale Pflicht. Als größter Judoverein Mitteldeutschlands tragen wir Verantwortung für mehrere hundert Kinder und Jugendliche, die Woche für Woche bei uns trainieren, Wettkämpfe bestreiten, an Freizeiten teilnehmen und einen großen Teil ihrer Freizeit in unserem Verein verbringen.
In den vergangenen Monaten haben wir daher intensiv an einem neuen Kinder- und Jugendschutzkonzept gearbeitet. Dabei wurden bestehende Strukturen überprüft, Risiken analysiert und zahlreiche konkrete Handlungsempfehlungen für den Vereinsalltag entwickelt. Unterstützt wurde dieser Prozess durch den Austausch mit verschiedenen Fachpartnern sowie Expertinnen und Experten aus dem organisierten Sport.
Ende Mai wurde das neue Kinder- und Jugendschutzkonzept in der Präsidiumssitzung einstimmig beschlossen. Für die Leipziger Sportlöwen ist dies ein bedeutender Meilenstein. In die Entwicklung des Konzeptes sind viele Stunden ehrenamtlicher und hauptamtlicher Arbeit geflossen. Zahlreiche Gespräche, intensive Recherchen und die kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Strukturen waren notwendig, um ein Konzept zu entwickeln, das nicht nur auf dem Papier besteht, sondern konkrete Orientierung für den Vereinsalltag bietet.
Dass Kinder- und Jugendschutz bei den Leipziger Sportlöwen seit vielen Jahren einen hohen Stellenwert besitzt, wurde bereits durch die Verleihung des DJB-Vereinszertifikats in Platin bestätigt. Die höchste Auszeichnung des Deutschen Judo-Bundes würdigt unter anderem Vereine, die sich intensiv mit Prävention, Schutzkonzepten und einer verantwortungsvollen Vereinskultur auseinandersetzen. Mit dem neuen Kinder- und Jugendschutzkonzept gehen wir diesen Weg konsequent weiter.
Gleichzeitig verstehen wir das Konzept nicht als Abschluss, sondern als Beginn eines langfristigen Prozesses. Denn ein Konzept allein schafft noch keinen wirksamen Kinder- und Jugendschutz. Entscheidend ist, dass die Inhalte im Vereinsalltag gelebt werden.
Zum Beginn des neuen Schuljahres sind vereinsinterne Schulungen für unsere Trainerinnen und Trainer geplant. Ziel ist es, die Inhalte des Konzeptes gemeinsam zu besprechen, Handlungssicherheit zu schaffen und für mögliche Grenzverletzungen und Risikosituationen zu sensibilisieren.
Darüber hinaus sollen auch Kinder, Jugendliche und Eltern schrittweise an das Thema herangeführt werden. Hierfür möchten wir perspektivisch die vom Judoverband Sachsen entwickelte Broschüre „Hajime“ in unseren Trainingsgruppen einsetzen. Die Broschüre vermittelt altersgerecht wichtige Inhalte rund um Kinderrechte, persönliche Grenzen, respektvolles Miteinander und Hilfsmöglichkeiten.
Ein weiterer Schritt ist die Teilnahme am Bündnis für Kinder- und Jugendschutz des Landessportbundes Sachsen und des Stadtsportbundes Leipzig. Die Leipziger Sportlöwen waren der erste Verein, der sich diesem Bündnis angeschlossen hat. Damit möchten wir unsere Verantwortung nicht nur innerhalb des Vereins wahrnehmen, sondern auch nach außen ein deutliches Zeichen setzen. Kinder- und Jugendschutz darf kein Randthema sein, sondern muss ein selbstverständlicher Bestandteil moderner Vereinsarbeit werden.
Unser Anspruch ist es, Kindern und Jugendlichen nicht nur ein hochwertiges sportliches Angebot zu bieten, sondern auch einen sicheren Ort, an dem sie sich wohlfühlen, entwickeln und entfalten können. Das neue Kinder- und Jugendschutzkonzept bildet dafür eine wichtige Grundlage. Nun beginnt die eigentliche Aufgabe: die Inhalte gemeinsam mit unseren Trainern, Eltern, Kindern und Jugendlichen dauerhaft mit Leben zu füllen.
Letztes Update: 18. Juni 2026