Wie kann Künstliche Intelligenz einem Sportverein bei der täglichen Arbeit helfen? Mit dieser Frage im Gepäck war Sören Starke, Geschäftsführer der Leipziger Sportlöwen, vom 29. September bis 2. Oktober in Stuttgart. Beim Lehrgang „KI in Erasmus+ Jugend und ESK – digitalen Wandel aktiv gestalten“, finanziert von Jugend für Europa, ging es um genau das: KI verstehen und sie sinnvoll einsetzen. Zurück in Leipzig arbeiten die Sportlöwen nun an fünf eigenen Projekten, darunter ein mehrsprachiger KI-Bot für die Webseite.
Ganz neu ist das Thema für den Verein nicht. Schon länger nutzen die Sportlöwen KI als Unterstützung, etwa beim Schreiben von Artikeln oder beim technischen Support für die Webseite. „Wir sind als Verein und auch in der Geschäftsstelle sehr offen, was KI-Anwendungen angeht“, sagt Sören Starke. Eine wichtige Erkenntnis aus Stuttgart: Ein Verein, der KI einsetzt, braucht klare Regeln.
„Wir haben gelernt, dass wir KI-Richtlinien brauchen. Daran arbeiten wir gerade, und wir wollen unseren Mitgliedern transparent mitteilen, wie, wann und welche KI wir einsetzen.“
Dass dabei alles DSGVO-konform läuft, ist für die Sportlöwen selbstverständlich.



Der Lehrgang begann mit den Grundlagen: Wie funktioniert KI, welche Anbieter und Modelle gibt es, und wie unterscheiden sie sich? Der eigentliche Kern lag aber in der Praxis. Die 20 Teilnehmenden entwickelten konkrete Projekte als Prototypen, manche allein, andere taten sich zusammen. „Am spannendsten war die praktische Anwendung“, sagt Sören Starke. „Die Inspiration, die aus diesen ganzen Projekten kommt, war wirklich beeindruckend.“
Fünf Projekte in Arbeit
Unter den Prototypen waren viele Ansätze, die sich auch für einen Sportverein lohnen: eine Wissensdatenbank, die mit KI erstellt und online gestellt wird, oder einfache Tools, über die Trainerinnen und Trainer eine Art Wissensdatenbank direkt auf dem Handy dabeihaben. Bei den Sportlöwen laufen derzeit fünf Projekte. Eines davon ist der mehrsprachige KI-Bot für die Webseite. Er soll auch Menschen, die nicht lesen können oder kein Deutsch sprechen, die Möglichkeit geben, sich über den Verein zu informieren. Sobald die Projekte fertig sind, stellen die Sportlöwen sie hier auf der Webseite vor.
Mindestens genauso wertvoll wie die Inhalte war der Austausch untereinander, denn die Teilnehmenden kamen aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Mit dabei waren zwei Vereine mit jeweils über 5.000 Mitgliedern, darunter ein Verein für Inklusionssport, außerdem ein Vertreter aus einem Floorball-Verband. Viele andere kamen aus der Jugendarbeit, von den Pfadfindern bis zur Tanzgruppe. „Diese Vielfalt hat den Lehrgang am Ende so bereichernd gemacht“, sagt Sören Starke. „Wir haben ganz verschiedene Facetten kennengelernt, gerade beim Thema Jugendarbeit und bei Erasmus+.“ Besonders spannend war für ihn der Blick auf die großen Vereine, die in einer ganz anderen Größenordnung arbeiten. „Was läuft bei denen, was machen sie, was können wir lernen? Da waren einige Dinge dabei, die wir künftig auch bei uns übernehmen werden.“

Dazu kam das Gespräch mit dem Organisationsteam von Jugend für Europa. Es stellte unter anderem die Möglichkeiten von Erasmus+ vor, dem EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport in Europa, sowie die des Europäischen Solidaritätskorps. Auch hier ergaben sich neue Wege, Trainerinnen, Trainer und Ehrenamtliche zu fördern und gemeinsam mit ihnen Projekte zu entwickeln. Der Vorteil: Die Vereine, die solche Projekte schon umgesetzt hatten, saßen gleich mit am Tisch. „Da konnte man direkt aus der Praxis schöpfen“, erzählt der Geschäftsführer. „Was waren Stolpersteine, was hat gut funktioniert, was nicht so gut?“ Für ihn war es ein Lehrgang, der sich doppelt gelohnt hat – beim Thema KI und bei der Zusammenarbeit mit Jugend für Europa. Aus beidem werden bei den Sportlöwen in nächster Zeit noch einige spannende Projekte entstehen.
Letztes Update: 13. Oktober 2026