Früh am Morgen, während draußen noch geschleppt, aufgebaut und organisiert wurde, herrschte auch in der Halle schon ordentlich Betrieb. Während Helfende die Judomatten von der GutsMuthsstr. in die Robert-Schumann-Gymnasiumsbrachten und draußen bei bestem Wetter kräftig geschwitzt wurde, standen drinnen bereits die nächsten Sportlöwen auf der Matte: Rund 25 Kinder aus den Altersklassen U11 und U13 waren zum gemeinsamen Randori-Training eingeladen.
Der Anlass dafür war ein ausgefallener Wettkampf. Statt das Wochenende einfach ohne sportlichen Höhepunkt verstreichen zu lassen, entstand eine andere Idee: Wenn kein Turnier stattfindet, holen wir die Wettkampfsituation eben in die eigene Halle. Gerade bei großen Trainingsgruppen bietet sich ein gemeinsames Randori fast schon perfekt an – manchmal sogar zielgerichteter als ein Wettkampftag, weil sich Inhalte und Belastung viel besser steuern lassen.

Trainiert wurde in drei Gruppen. Im Mittelpunkt stand zunächst eine intensive Technikeinheit im Stand, mit einem klaren Fokus auf Fußwürfe. Es wurde ausprobiert, korrigiert und direkt wiederholt – mal technisch sauber, mal mit mehr Tempo, immer wieder mit neuen Partnern. Danach ging das Training Schritt für Schritt in die Randori-Phasen über. Hier konnten die Kinder die Techniken direkt anwenden und sich unter realistischeren Bedingungen messen.
Nach rund zwei Stunden Training war der Tag aber noch lange nicht vorbei. Gemeinsam ging es zum Verbandsliga-Heimkampf der Männer. Für viele Kinder war das etwas Besonderes: die eigene Sportart einmal aus einer anderen Perspektive zu erleben und zu sehen, wie erfahrene Judoka Mannschaftskämpfe bestreiten.

Und die Stimmung? Die passte zum gesamten Tag. Gemeinsam saßen die Kinder am Mattenrand, feuerten lautstark an und erlebten mit, wie die Männer der Leipziger Sportlöwen ihren ersten Sieg der Saison holten. Dazu gab es eine kleine Stärkung und lokale Limonade – beste Voraussetzungen also für einen langen Judotag.
Gerade für die Jüngsten war es beeindruckend zu sehen, wie intensiv und emotional Mannschaftskämpfe sein können. Vielleicht noch wichtiger: Sie waren nicht nur Zuschauer, sondern Teil davon. Sie trainierten gemeinsam, fieberten gemeinsam mit und sorgten selbst für Stimmung in der Halle.

Nach diesem gelungenen Heimkampftag ist deshalb schon klar: Die Kombination aus gemeinsamem Training und anschließendem Mannschaftskampf hat funktioniert – und dürfte beim nächsten Heimkampf garantiert eine Wiederholung finden.