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Zwischen Judomatte, Lagerfeuer und eiskaltem See

Leicht erhöht liegt das Jugendhaus oberhalb des Luegsteinsee. Unten am Ufer ein kleiner Steg, daneben eine schwimmende Plattform, die ruhig auf dem Wasser treibt. Dahinter erhebt sich eine markante Felswand, geschätzt 130 bis 150 Meter hoch, und im Hintergrund ziehen sich die Berge entlang. Durch den späten Wintereinbruch in der Woche zuvor waren viele Gipfel noch schneebedeckt – ein Kontrast aus Frühling am See und Winter in den Höhen.

Seit vier Jahren ist dieser Ort ein fester Bestandteil der Reise zum Osterpokal nach Kufstein. Auch diesmal war das Haus komplett in Sportlöwenhand. Rund 30 Kinder und etwa 15 Erwachsene waren gemeinsam vor Ort, einige Familien reisten zusätzlich mit dem Camper an. Eine große, lebhafte Gruppe, die das Haus und das Gelände vollständig ausfüllte.

Der Tagesablauf war klar strukturiert. Aufgaben waren verteilt, sowohl bei den Erwachsenen als auch bei den Kindern. Es wurde täglich frisch gekocht, mittags und abends. Einige Gerichte gehören inzwischen fest dazu: das Chili sin Carne oder die „Präsidenten-Soljanka“ von Tino Rose. An einem Abend wurde gemeinsam gegrillt, dazu Lagerfeuer direkt am Haus.

Gerade diese Abende bleiben hängen. Während die Kinder auf dem Gelände unterwegs waren, Fußball spielten, Tischtennis oder Kicker, saßen die Erwachsenen am Feuer, mit Blick auf den See, und hatten Zeit für Gespräche, die im Alltag oft zu kurz kommen.

Auch tagsüber war immer etwas los. Die Kinder nutzten die Möglichkeiten vor Ort intensiv, die Umgebung wurde erkundet, der See war ständig präsent.

Am Samstag machte das Wetter einen Strich durch die ursprüngliche Planung. Die geplante Wanderung fiel ins Wasser. Stattdessen ging es spontan in eine Trampolinhalle – eine Entscheidung, die sich im Nachhinein als Volltreffer erwies.

Zita Eisner beschreibt es so:

„Ich fand die Unterkunft sehr schön, der Ausblick war richtig cool. Es war eigentlich nie langweilig – selbst als die Wanderung ausgefallen ist. Die Trampolinhalle war eine richtig gute Alternative.“

Am nächsten Tag spielte das Wetter mit. Bei strahlendem Sonnenschein und etwa 15 Grad ging es auf eine kleine Wanderung zu einem Stausee und weiter zu einer Kapelle auf einem kleinem Hügel. Kurz vor dem Ziel wurde es noch einmal spannend: Ein schmaler Abschnitt am Hang, an dem man sich gut festhalten musste – gerade für die Jüngeren eine kleine Herausforderung. Am Ende haben es alle gemeistert.

Am Nachmittag folgte eine Trainingseinheit zur gezielten Vorbereitung auf den Wettkampf.

Ein Moment entwickelte sich ganz von allein: der Sprung in den See. Bei rund acht Grad Wassertemperatur wurde daraus schnell eine kleine Herausforderung unter den Kindern – wer traut sich, wer bleibt länger, wer taucht komplett unter.

Magalie Galander fasst ihre Eindrücke so zusammen:

„Ich fand es super cool. Die Unterkunft war richtig schön und auch der Wettkampf hat Spaß gemacht. Vor allem, dass man vorher ein paar entspannte Tage hatte und nicht direkt im Wettkampfmodus ist.“

Starke Konkurrenz und wichtige Erfahrungen

Der 31. Int. ASVÖ Judo-Osterpokal boten in diesem Jahr ein besonders hohes Niveau. Knapp 500 Teilnehmende aus sieben Nationen, starke Vereine aus Österreich, Tschechien, Italien und vor allem Deutschland– die Leistungsdichte war entsprechend hoch.

Gekämpft wurde in den Altersklassen U12, U14, U16 und U18. Besonders der weibliche Bereich überzeugte: Alle Sportlerinnen erreichten die Medaillenkämpfe oder belegten Platz fünf.

Ein starkes Zeichen setzte Emil Tischler in der U18. Mit einer konzentrierten und dominanten Leistung, vor allem im Halbfinale, sicherte er sich verdient eine Medaille bei einem international stark besetzten Turnier.

In der U12 der Jungen blieb eine Medaille aus, dennoch konnten drei fünfte Plätze erreicht werden. Ergebnisse, die zeigen, dass das Niveau vorhanden ist, auch wenn im Detail noch Entwicklungspotenzial besteht.

Zufrieden mit dem Ausflug nach Österreich ist auch Trainer Tobias Mathieu.

„Das Wettkampfsystem erhöhte zusätzlich die Anforderungen. Wer früh gegen einen starken Gegner verliert, hat oft keine zweite Chance. Umso wichtiger sind solche Turniere als Standortbestimmung und Erfahrung auf internationalem Niveau.“

Mehr als nur ein Turnier

Die Reise nach Kufstein ist längst mehr als nur ein Wettkampf. Sie verbindet sportliche Herausforderung mit gemeinsamer Zeit, Naturerlebnis und Austausch.

Für viele Kinder ist es eine besondere Erfahrung, die Alpen so zu erleben – gerade für diejenigen, die sonst nicht die Möglichkeit dazu haben. Gleichzeitig bietet die Fahrt Raum, um zur Ruhe zu kommen, Abstand vom Alltag zu gewinnen und sich gezielt auf den Wettkampf vorzubereiten.

In dieser Kombination aus Freizeit, Gemeinschaft und sportlichem Anspruch liegt der besondere Wert dieser Tage. Kufstein ist damit ein fester Termin im Kalender der Leipziger Sportlöwen.

Gold

Magalie Galander (-57 kg)

Silber

Elsa Nekwasil (-40 kg)

Zita Eisner (-57 kg)

Emil Tischler (-66 kg)

Lotta Bahsitta (-48 kg und -52 kg)

Bronze

Luis von Wolffersdorff (-42 kg)

Linda Woche (-40 kg)

Letztes Update: 8. April 2026