DM in Duisburg: Französischer Esprit

Marie Branser hat bei der Deutschen Meisterschaft in Duisburg die Silbermedaille gewonnen. Die 24-Jährige hat sich mit diesem Erfolge gute Chancen für einen Start beim Heim-Grand-Prix in Düsseldorf erkämpft.

Quelle: DJB

Seit November trainieren Marie Branser und Lisa Müller im Judo-Verein Villemomble Sports in Paris. Aus diesem Verein kommt die Olympia-Zweite von 2016 Audrey Tcheuméo. “Wir wollten einen neuen Trainingsreiz setzen, uns weiterentwickeln. Der damalige Bundestrainer Michael Bazynski hat uns den Kontakt gegeben und den Trainer empfohlen”, erklärt Marie die Gründe für den temporären Umzug nach Frankreich. Dafür haben die beide sogar eine Urlaubssemester eingelegt. Bei der Finanzierungen haben Verein und Verband geholfen. Den Großteil der Kosten müssen aber beiden privat stemmen. Lisa und Maria wissen, für ihren großen Traum – Olympia 2020 – müssen sie eine Menge investieren.

Die ersten Früchte des harten Trainings in Paris konnten bereits am vergangenen Wochenende geerntet werden. Mit dem zweiten Platz bei der DM in Duisburg hat sich Marie Branser nicht nur eine Medaille, sondern auch wieder die Aufmerksamkeit des Bundestrainers erkämpft. In Abwesenheit der Olympia-Fünften Luise Malzahn, nutzte die Leipzigerin ihre Chance und zog mit vier Siegen ins Finale ein. Dort unterlag sie gegen die amtierende Junioren-Europameisterin Anna-Maria Wagner mit zwei Waza-Ari. “Ich war nicht aggressiv genug und habe mir ihren Kampfstil aufzwingen lassen. Dennoch bin ich zufrieden mit dem Turnier.”

In der Gewichtsklasse -70 kg startete Lisa Müller mit zwei Auftaktsiegen in die nationale Meisterschaft. Doch im Viertelfinale unterlag sie der späteren Deutschen Meisterin Szaundra Diedrich. In Führung liegend konnte sie sich aus einer Würgetechnik nicht mehr rechtzeitig befreien. “Lisa hat sehr gut gekämpft und konnte lange auf Augenhöhe mitkämpfen. Es fehlt noch etwas die Abgebrühtheit. Sie hat heute aber gezeigt, dass sie auf einem hohen Niveau kämpfen kann”, bewertete ihr französischer Trainer Omar Gherram die Niederlage gegen der EM-Dritten von 2015. Ihre Chance in der Hoffnungsrunde nutzte die 21-Jähre leider nicht. “Nach der Niederlage gegen Szaundra hat mir etwas die Motivation gefehlt. Ich war nicht voll fokussiert, werden aber aus dieser Niederlage lernen.” Sie beendete das Turnier als 9.

Am Wochenende können und müssen sich beide Sportlöwinnen erneut beweisen. Bei den European Judo Open in Sofia geht es um Ranglistenpunkte und eine mögliche Nominierung für weitere internationale Einsätze.

image_pdfimage_print