Bronze in Reichweite

Marie Branser hat bei den European Judo Open in Minsk die ersehnte Bronzemedaille knapp verpasst. Nach zwei Siegen und zwei Niederlagen belegte die Leipzigerin Platz fünf.

Mitte Juni beim EJCup in Celje stand Marie Branser noch auf dem Podium. Es war die erste internationale Medaille seit über einem Jahr. Damals konnte die Sportlöwin beim Heimcup in Saarbrücken ebenfalls über Bronze jubeln. Doch in diesem Jahr war beim Turnier im Saarland bereits in der ersten Runde Schluss. Daher sollte bei den EJOpen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk endlich wieder eine Medaille her.

Im Auftaktkampf gegen die Chilenin Jacqueline Usnayo kam Marie nur schwer in Schwung. Erst nach ca. 3 Minuten gelang ihr die entscheidende Waza-Ari Wertung (Seoi-Nage), die sie bis zum Schluss erfolgreich verteidigte. Im Pool-Finale wartete die ehemalige Weltmeisterin von 2009, Marhinde Verkerk. Die derzeitige Nummer 11 der Welt war an diesen Tag einfach zu stark für die Leipzigerin. Bereits nach 2 Minuten war die Niederländerin mit einer Festhaltetechnik erfolgreich.

In der Hoffnungsrunde traf Marie auf die Italienerin Melora Rosetta. Da nach 4 Minuten Kampfzeit keine Wertung gefallen war, ging es in den Golden Score. Nach 23 Sekunden gelang ihr gegen die unangenehme Italienerin eine Kontertechnik und somit wahrte sie die Chance auf die Bronze-Medaille.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im kleinen Finale traf die 24-Jährige auf Albina Amangeldiyeva. Auch gegen die Kasachin war der Kampf lange Zeit ausgeglichen. Da keiner der beiden in der regulären Kampfzeit eine Wertung erzielen konnte, musste Marie wieder in den Golden Score. Ein Seoi-Nage-Angriff der 28-jährigen Asiatin werteten die Kampfrichter nach Zuhilfenahme der Zeitlupen-Kamera als Waza-Ari. Damit war der Traum von einer Medaille zu Ende.

„Natürlich bin ich nicht zufrieden mit dem Ergebnis. Ich war ganz knapp dran an der Medaille. Dennoch habe ich gute Kämpfe gezeigt und auch in brenzligen Situationen nicht die Nerven verloren. Im Gegensatz zu Saarbrücken war das auf alle Fälle eine Leistungssteigerung“, bewertete die Sportlöwin den Wettkampf in Weißrussland.

Bis Ende September ist erst einmal eine Wettkampfpause. Der neue Frauen-Trainer am Bundesstützpunkt Leipzig, Miguel Ogando Lopez, will diese Zeit für intensives Training nutzen, um optimal vorbereitet in die beiden noch anstehenden Turniere in Belgrad (EJOpen) und Málaga (EJCup) zu gehen.

Unsere andere Nationalmannschaftskämpferin Lisa Müller wird erst in einem halben Jahr wieder ins Wettkampfgeschehen eingreifen können. Die 22-Jährige zog sich im Training einen Kreuzbandriss zu. Wir wünschen gute Besserung.

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