Aikido

Über unsere Aikido-Abteilung

Die Aikido-Abteilung im Sportverein SV Leipziger Löwen e.V. wurde im September 1995 gegründet. Die derzeit rund 30 Mitglieder stehen noch am Anfang des Weges dieser anspruchsvollen Kampfkunst. Obwohl mittlerweile fast alle Graduierungen vom 6. Kyu bis 3. Dan anzutreffen sind, gibt es keine Trennung von Anfängern und Fortgeschrittenen oder Männern und Frauen: alle üben gemeinsam und lernen voneinander. Aus den Enthusiasten der ersten Stunde haben sich Übungsleiter herausgebildet, die sich beim Leiten der Trainingsgruppe abwechseln. Sie selbst trainieren regelmässig bei erfahrenen und hochrangigen Meistern verschiedener Aikido-Verbände.

Etikette

Der Untericht beginnt und endet mit einer kurzen Zeremonie und verläuft nach einer Etikette, die – auch wenn sie den Europäer anfangs befremden mag – positiven Einfluss auf die innere und äussere Haltung des Übenden nimmt. Das Meiste übernimmt man bald von den Fortgeschrittenen, auf Einiges sei jedoch vorab hingewiesen: Sorgfältige Körperhygiene, kurzgeschnittene Fuss- und Fingernägel sowie ein sauberer Gi (Judo-Anzug) sollten selbstverständlich sein. Kaugummi, Schmuck, Uhren etc. sind eher hinderlich beim Üben. Beim Betreten und Verlassen der Matte verbeugt man sich kurz vor dem Bild des Aikido-Begründers. Bei Verspätung wird im Kniesitz (Seiza) am Mattenrand gewartet, bis der Lehrer ein Zeichen zur Teilnahme gibt. In Wartephasen (Vorführungen, Training zu dritt) nimmt man in Seiza (evtl. auch im Schneidersitz) Platz. Man achte stets auf eine entspannte, aber auch aufmerksame und aufrechte Haltung – die äussere bildet mit der inneren eine Einheit.
Der Lehrer bestimmt Übungsbeginn und –ende. Auf sein Zeichen hin wird sofort begonnen bzw. abgebrochen und am Mattenrand Platz genommen.

Aikido als eine Kunst der Selbstverteidigung

Entwickelt wurde diese Kampfkunst in Japan von Morihei Ueshiba in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Durch Synthese und Vervollkommnung unterschiedlicher Kampftechniken ist Aikido eine wirksame Methode zur Selbstverteidigung geworden und steht in einer Reihe von Budo-Traditionen mit Quellen im Taoismus, Konfuzianismus, und Zen-Buddhismus. Genauer betrachtet bietet Aikido deshalb auch mehr als pure Selbstverteidigung: über das körperliche Training, die Auseinandersetzung mit Angriffen und das Spüren der eigenen Fähigkeiten und Grenzen wird der Geist in besonderer Form entwickelt und seine Integration mit dem Körper vertieft. Im Aikido findet, im Gegensatz zu den meisten Sportarten, kein Wettkampf statt. Damit entfällt auch jegliche Rivalität und es entsteht eine besonders angenehme und friedvolle Übungsatmosphäre. Die friedvolle, gewaltlose und defensive Haltung im Aikido, spiegelt sich wider in einer Verteidigung ohne die Absicht, den Angreifer physisch oder psychisch zu zerstören. Dies stellt die höchste Form der Selbstverteidigung dar. Unabhängig von Alter, Geschlecht, Sportlichkeit oder Gesundheit, kann Aikido individuell erlernt werden und ist dadurch bis ins hohe Alter trainierbar.

Körperliche Entwicklung

Der Aikidoka erlernt neben der Verteidigung auch den Angriff und bietet so seinem Übungspartner die Möglichkeit, Bewegungsformen und Techniken realistischer zu trainieren. Durch Drehbewegungen und Positionsveränderungen im Winkel zum Angreifer weicht der Verteidiger aus, nutzt Wurf- und Hebeltechniken und lenkt den Angriff ins Leere. Einen großen Stellenwert hat die Fallschule. Sie soll dem Übenden helfen, ohne Verletzungsgefahr und Angst den festgelegten Angriff perfekt auszuführen. Das kontinuierliche Training verbessert die Koordination und das Körpergefühl genauso wie die Kondition und die Kraft.

Geistige Entwicklung

Über das Trainieren, die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und die ständige Konfrontation mit wechselnden Übungspartnern, die mal groß/klein, dünn/dick, stark/schwach, aggressiv/passiv, männlich/weiblich sind, erkennt der Übende bald die Grenzen des rein körperlichen Aspektes. Diese Grenzerfahrung spüren wir auch im alltäglichen Leben: Wie kann ich mit Aggression, Angst, Gewalt, Unzufriedenheit, Ungerechtigkeit umgehen, die von anderen, aber auch von mir selbst geschürt werden. Hier sind menschliche Ideale, wie Achtsamkeit, Bescheidenheit, Mut und Mitgefühl notwendige Voraussetzungen, um unseren Geist positiv zu beeinflussen. Auf diesem Weg der Selbstfindung wird eine geistige Haltung des Nichtstuns, der Leere (chinesisch: „Wu“) trainiert. Das bedeutet keinesfalls eine Einschränkung der intellektuellen Fähigkeiten, sondern vielmehr das Bestreben, den Kopf von allgegenwärtigen Gedanken frei zu machen und seine Sinne zu schärfen, um absichtslos und intuitiv handeln zu können.

STILE

Aikikai Morihei Ueshiba (1883-1969)
Aikido Yuishinkai Koretoshi Maruyama
Aiki-Osaka Hirokazu Kobayashi (1929–1998)
Iwama Ryu Morihiro Saito (1928–2002)
Iwama Shinshin Aiki Hitohiro Saito
Korindo Minoru Hirai (1903–1998)
Shin-Shin-Toitsu-Aikido Koichi Tohei
Shinei Taido Noriaki Inoue (1902–1994)
Shodokan Kenji Tomiki (1900–1979)
Tendoryu Kenji Shimizu
Yoseikan Minoru Mochizuki (1907–2003)
Yoshinkan Gozo Shioda (1915–1994)

 

Im Aikido untergliedert man die Techniken grob in zwei Segmente:

  • Wurftechniken (nage waza)
    • shiho nage
    • kote gaeshi
    • irimi nage
    • kaiten nage
    • tenchi nage
    • kokyo nage
    • aiki otoshi
    • koshi nage
    • juji garami
  • Bodentechniken (katame waza)
    • ikkyo – 1. Form (ude osae)
    • nikkyo – 2. Form (kote mawashi)
    • sankyo – 3. Form (kote hineri)
    • yonkyo – 4. Form (tekubi osae)
    • gokyo – 5. Form (ude nobashi)

Sowohl bei den Wurf- als auch bei den Bodentechniken gibt es noch eine Vielzahl an anderen Techniken und Varianten, die aber alle auf den gleichen Prinzipien des Aikido beruhen.

Wurf- und Bodentechniken können in zwei Verschiedenen Arten ausgeführt werden:

  • irimi (direkte Form)
  • tenkan (indirekte Form)

Oft werden auch die Begriffe „omote“ und „ura“ verwendet, was allerdings nicht immer mit irimi und tenkan gleichzusetzen ist.

Die verschiedenen Techniken können außerdem in drei Positionen durchgeführt werden:

  • tachi waza (im Stehen)
  • suwari waza (im Knien/Sitzen)
  • hanmi hantachi waza (Angreifer im Stehen, Verteidiger im Knien)

Atemi

Der in vielen Aikido-Dojos als unnötige Aggression verpönte Atemi (Schlag jeglicher Art) stellt einen wichtigen Teil in der Verteidigung dar, indem er die Störung des Angriffs einleitet und den perfekten Abstand zwischen Uke (Angreifer) und Nage (Verteidiger) herstellt. Ueshiba Morihei, der Begründer des Aikido, bezeichnete Atemi oft als essentiellen Teil einer Technik und sagte „In einem richtigen Kampf sind 70% Atemi und 30% Technik.“

Fallschule

Ein sehr wichtiger Teil im Aikido ist die Fähigkeit korrekt fallen zu können, sodass man sich keine bleibenden Schäden während dem Training zuzieht. Sie wird im Laufe der Zeit immer essentieller, da die ausgeführten Techniken mit heran schreitendem Grad des Aikidoka immer dynamischer und effektiver geübt werden können.

Es wird in drei Arten unterteilt:

  • mae ukemi (Vorwärtsfallschule)
  • ushiro ukemi (Rückwärtsfallschule)
  • yoko ukemi (Seitwärtsfallschule)

Schritte

  • tenkan-ashi
  • tai-sabaki
  • tsuki-ashi
  • ayumi-ashi

Links

Bücher

  • Aikido – Lehren und Techniken des harmonischen Weges von Rolf Brand
  • Aikido mit Ki von Koretoshi Maruyama und Koichi Tohei
  • Ki im täglichen Leben von Koichi Tohei
  • Aikido – Exercises for teaching and training by C.M. Shifflett
  • Zen Combat by Jay Gluck
  • Ki in Aikido – A Sampler of Ki Exercises by C.M. Shifflett
  • JO: Art of the Japanese Short Staff by Dave Lowry

Videos